Stromeinkauf

Vom Fixpreis zur Flexibilität: So sieht der moderne Beschaffungsmix 2026 aus

Fixpreise stehen für Planbarkeit. Doch 2026 stehen sie vor allem für eines: Risikoprämien, die Unternehmen zahlen, ohne es zu merken. Der Strommarkt hat sich fundamental verändert – in Struktur, Volatilität und den Chancen, die er bietet. Wer das ignoriert, zahlt. Wer es versteht, kann aktiv davon profitieren. Wir zeigen Ihnen, wie ein moderner Beschaffungsmix aus Planbarkeit und Marktchancen aussieht – ohne Trading-Desk, ohne Spekulation.

Fixpreise stehen für Planbarkeit. Doch 2026 stehen sie vor allem für eines: Risikoprämien, die Unternehmen zahlen, ohne es zu merken. Der Strommarkt hat sich fundamental verändert – in Struktur, Volatilität und den Chancen, die er bietet. Wer das ignoriert, zahlt. Wer es versteht, kann aktiv davon profitieren. Wir zeigen Ihnen, wie ein moderner Beschaffungsmix aus Planbarkeit und Marktchancen aussieht – ohne Trading-Desk, ohne Spekulation.

Geschrieben von:

Anne Fischer

Wer heute mit Entscheidern im Mittelstand über Energiebeschaffung spricht, hört häufig denselben Reflex: „Wir wollen einen guten Fixpreis – am besten für mehrere Jahre.“

Der Wunsch ist verständlich. Fixpreise stehen für Planbarkeit, für Ruhe im operativen Geschäft, für Kontrolle. Nur: Sie stehen 2026 auch für Risikoprämien, die Unternehmen zahlen, ohne es zu merken.

Die Logik, mit der mittelständische Betriebe Energie jahrelang erfolgreich eingekauft haben, funktioniert so nicht mehr. Der Markt hat sich fundamental verändert: in Struktur, Volatilität und den Chancen, die er bietet.

Wer das ignoriert, zahlt. Wer es versteht, kann die Veränderungen aktiv zu seinem Vorteil nutzen.

Dieser Artikel erklärt, warum die klassische Fixpreislogik an ihre Grenzen stößt, was ein moderner Beschaffungsmix konkret bedeutet und wie mittelständische Unternehmen 2026 Planbarkeit und Marktchancen sinnvoll kombinieren können – ohne Trading-Komplexität.


Fixpreise allein schützen nicht mehr vor Risiko – sie verlagern es

Ein Fixpreis fühlt sich wie Sicherheit an. In der Praxis ist er aber oft eine Versicherung – und Versicherungen sind selten kostenlos.

Lieferanten, die heute einen Dreijahresfestpreis anbieten, preisen das Marktrisiko ein. Je größer die Unsicherheit, desto teurer die Absicherung. Insbesondere in Zeiten hoher Unsicherheiten, wie der Energiekrise 2022 und dem Nahost-Konflikt 2026, definierten die Risikozuschläge den Preis.

In unserem Webinar zur Einordnung des Nahost-Kosflikts und dessen Einfluss auf den Strompreis, gehen wir dort noch einmal im Detail ein. Zum benannten kostenfreien Webinar gelangen Sie hier.

Mitnehmen lässt sich in jedem Fall: Wer 2026 einen einmaligen Festpreis abschließt, zahlt diese Risikoprämie – und das häufig sogar unbewusst.


Warum sich die Beschaffungslogik geändert hat und die einmalige Fixierung so uninteressant geworden ist

Der Fixpreis war in der Energieversorgung lange Zeit die vernünftigste Antwort auf einen trägen, relativ stabilen Strommarkt.

Bis etwa 2010 hatten mittelständische Betriebe wenig Grund, diese Logik zu hinterfragen: Preisschwankungen waren moderat, die Marktstruktur überschaubar, Lieferanten konnten langfristige Festpreise ohne übermäßige Risikoaufschläge anbieten.

Das hat sich grundlegend verändert.

Der durchschnittliche Industriestrompreis in Deutschland lag 2010 bei rund 12 bis 14 Cent pro Kilowattstunde. 2022 überstieg er zeitweise 40 Cent.

Vergleichend ein Blick auf 2024: Am Spotmarkt lag der Preis an günstigen Stunden unter 5 Cent – und an teuren Stunden wieder deutlich über 20 Cent.

Was sich verändert hat, ist nicht nur das Niveau. Es ist die Bandbreite. Ein Grund hierfür ist der starke Ausbau Erneuerbarer Energien.


Fixpreis 2010 vs. 2025: Die neuen Grenzen des Modells


Die Welt von 2010: stabil, überschaubar, planbar

Die Stromerzeugung in Deutschland war 2010 noch stark durch konventionelle Kraftwerke geprägt. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch lag bei rund 17 Prozent.

Die Preisbildung folgte einer relativen Logik: Brennstoffkosten plus Aufschläge, wenig Überraschungen, geringe Tagesbandbreiten. Für Lieferanten war es unter diesen Bedingungen möglich, Langfristpreise anzubieten, ohne hohe Risikoaufschläge einzupreisen.

Für Unternehmen bedeutete das: Ein Festpreis war tatsächlich das, was er versprach – günstige Absicherung zu akzeptablen Konditionen.


Die Welt von 2025: volatil, komplex, chancenreich

Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch überstieg 2024 erstmals 55 Prozent.

Das verändert die Preisstruktur fundamental. An sonnen- und windreichen Stunden speisen Anlagen mit Grenzkosten nahe Null große Mengen Strom ein, der Börsenpreis fällt – manchmal ins Negative. Grund dafür ist das Merit-Order-Prinzip.


Der Einfluss des Merit-Order-Prinzips auf den Strompreis

Der Strompreis wird stündlich nach einem einfachen Prinzip gebildet: Das teuerste Kraftwerk, das in dieser Stunde noch benötigt wird, setzt den Preis. Wenn wenig Wind und Sonne verfügbar sind, müssen häufig Gas- oder Kohlekraftwerke einspringen und der Preis steigt. Wenn viel Wind und Sonne verfügbar sind, werden diese teureren Kraftwerke nicht mehr benötigt, günstigere Erzeuger bestimmen den Preis und er kann sehr niedrig oder sogar negativ werden.


Merit-Order-Prinzip-Grafik.jpg

Grafik zum Merit-Order-Prinzips | Quelle: trawa


Die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen ist von rund 146 Stunden im Jahr 2021 auf über 450 Stunden im Jahr 2024 gestiegen.

Das Ergebnis daraus: Die Spreizung zwischen günstigen und teuren Stunden nimmt kontinuierlich zu.

Die Intraday-Volatilität an der EPEX Spot hat sich in den vergangenen drei Jahren deutlich erhöht. Preisschwankungen von über 200 €/MWh innerhalb eines einzigen Tages sind da keine Ausnahme mehr.


Was die gestiegene Volatilität für Festpreise bedeutet

Lieferanten, die 2025 oder 2026 einen Mehrjahresfestpreis anbieten, müssen diese Unsicherheit einkalkulieren. Typischerweise liegen die Aufschläge für Vollversorgungsverträge mit Festpreis heute 10 bis 20 % über einer strukturierten Beschaffung – je nach Laufzeit, Lastprofil und Marktlage.

Wer diesen Aufschlag zahlt, kauft sich eine Art Versicherung, ohne zu wissen, was sie wirklich kostet.

Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Wer zu einem ungünstigen Zeitpunkt einen langen Festpreis abschließt, fixiert hohe Kosten für Jahre. Der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Quartal für einen Jahresabschluss am Terminmarkt lag zwischen 2022 und 2025 bei bis zu 40 Prozent.


Was „Flexibilität“ in der Beschaffung bedeutet – und was nicht

Für viele Unternehmen klingt Flexibilität nach Risiko und Trading – dem Gegenteil von Planbarkeit. Das ist ein Missverständnis, denn Flexibilität ist keine Spekulation.


Spekulation vs. strukturelle Steuerbarkeit

Spekulation bedeutet, bewusst auf eine Marktrichtung zu wetten, mit dem Ziel, aus kurzfristigen Preisbewegungen Gewinn zu ziehen. Darum geht es bei der strukturierten Energiebeschaffung jedoch nicht: Flexibilität ist strukturelle Steuerbarkeit.

Bei der strukturierten Beschaffung wird der Energiebedarf nicht auf einen Schlag zu einem einzigen Zeitpunkt eingekauft, sondern über mehrere Zeitpunkte, Instrumente und Laufzeiten verteilt – so, dass Marktchancen genutzt werden können, ohne das Unternehmen einem unkontrollierten Risiko auszusetzen. Diese Zeitpunkte werden nicht wahllos, sondern über vorab festgelegte Grenzen zur Risikominimierung in klar definierten Zeitfenstern festgelegt.

Dadurch trägt der Kunde bei strukturierter Beschaffung über einen langen Zeitraum ein geringeres Risiko als bei der einmaligen Fixierung.

Auf den Mechanismus hinter der Festlegung dieser Grenzen gehen wir in unserem Webinar noch einmal genauer ein. Zur Aufzeichnung des kostenlosen Informationsmaterials kommen Sie hier.

Alternativ können Sie auch gerne einen unverbindlichen Termin mit uns buchen, um prüfen zu lassen, wie viel Sparpotenzial Sie durch eine strukturierte Beschaffung erwirtschaften können.

Vereinbaren Sie dafür gerne hier einen Termin.


Die wichtigsten Beschaffungsmodelle im Überblick

Je nachdem, wie viel Planbarkeit Sie brauchen und wie viel Marktchance Sie nutzen möchten, kommen in der Praxis vor allem diese vier Modelle infrage:

  • Fixpreis (Vollversorgung): Der Lieferant trägt das gesamte Preisrisiko. Das Unternehmen zahlt einen festen Preis, unabhängig von der Marktentwicklung. Einfach, planbar, aber mit eingepreistem Risikoaufschlag.

  • Spotbeschaffung: Der Strom wird kurzfristig, oft täglich, am Spotmarkt beschafft. Maximale Marktchancen, aber auch maximale Preisschwankungen. Nur für Unternehmen geeignet, die Verbrauch und Beschaffung eng koordinieren können.

  • Tranchenmodell: Der Gesamtbedarf wird in mehrere Teile aufgeteilt und zu verschiedenen Zeitpunkten am Terminmarkt eingekauft. Das reduziert das Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts erheblich.

  • Mischmodell (strukturierter Beschaffungsmix): Kombiniert Terminmarktanteile (Sicherheit), Spotanteile (Chancen) und gegebenenfalls Eigenerzeugung. Dieser Ansatz ist 2026 für die meisten mittelständischen Unternehmen die wirtschaftlich sinnvollste Lösung.


Der moderne Beschaffungsmix 2026: Bausteine im Überblick

Ein moderner Beschaffungsmix ist kein starres Modell. Er ist eine strukturierte Kombination aus drei Bausteinen, die je nach Unternehmen, Verbrauchsprofil und Risikobereitschaft unterschiedlich gewichtet werden: einer Basissicherung, marktbasierten Anteilen und der Nutzung von Eigenerzeugungsanlagen und Speichern.


1) Basissicherung: Planbarkeit als Fundament

Der erste Baustein des Beschaffungsmixes bleibt im Wesentlichen die Absicherung. Dieser Anteil wird am Terminmarkt beschafft und beträgt typischerweise 60 bis 80 Prozent des Jahresbedarfs. Beschafft wird er meist über mehrere Tranchen verteilt.

Warum Tranchen statt eines einzigen Abschlusses?

Weil der beste Kaufzeitpunkt nicht garantiert vorhergesagt werden kann. Durch die Verteilung auf mehrere Tranchen verlagert sich das Risiko, zu teuren Zeiten einen Preis fixieren zu müssen. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt einen noch günstigeren Preis fixieren zu können, greifbar.

Wer den Bedarf über vier bis acht Tranchen verteilt einkauft – quartalsweise, über 2-3 Jahre –, mittelt seinen Einstiegspreis und reduziert das Timing-Risiko erheblich.

Terminmarktkontrakte laufen üblicherweise ein bis drei Jahre voraus. Durch diese langfristige Verteilung wird strukturierte Beschaffung zur planbaren Absicherung. Und sie schafft einen weiteren Vorteil: In Krisenzeiten oder bei ungünstiger Marktlage können einzelne Tranchen flexibel übersprungen werden, um Höchstpreise zu vermeiden.

„Ich bin froh, dass wir unseren Strombedarf für 2026 bereits gesichert haben. Bei den derzeitigen wilden Preisen kann ich mich jetzt einfach zurücklehnen und entspannen!“

– Kunde von trawa.

Für 2026 bedeutet das: Unternehmen, die jetzt beschaffen, können Teile ihres Bedarfs zu aktuellen Marktpreisen fixieren und gleichzeitig Spielraum für spätere Tranchen behalten.


2) Marktbasierte Anteile: Chancen systematisch nutzen

Der zweite Baustein ist ein Spotanteil. Typischerweise macht er 10 bis 30 % des Gesamtbedarfs aus. Die Spotanteile werden in der Regel kurzfristig beschafft, oft Day-Ahead (am Tag zuvor) oder Intraday (innerhalb eines Tages).

In Phasen mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien im Strommix sind Spotpreise regelmäßig deutlich günstiger als Terminmarktpreise.

Wer diesen Anteil klug managt – etwa durch automatisierte Regeln oder externe Steuerung – kann von diesen Marktphasen profitieren.

Ein Beispiel: Ein Industrieunternehmen mit 5 GWh Jahresverbrauch und einem Fixpreis von 12 Cent pro Kilowattstunde zahlt 600.000 Euro pro Jahr.

Bei einer strukturierten Beschaffung mit 70 % Terminmarktanteil und 30 % Spotanteil hätte dasselbe Unternehmen im Zeitraum 2023 bis 2025 im Schnitt 5 bis 12 % weniger gezahlt, abhängig vom Timing der Tranchen.

Bei 600.000 € Basiskosten entspricht das einer Ersparnis von 30.000 bis 72.000 € jährlich.


3) Eigenerzeugung und Speicher: Ergänzung, kein Ersatz

Der dritte Baustein ist optional, gewinnt aber zunehmend an Relevanz. Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, kann durch intelligente Steuerung den Eigenverbrauchsanteil erhöhen und den Reststrombezug in günstige Marktphasen verlagern.

Batteriespeicher ermöglichen es zusätzlich, günstig erzeugten oder bezogenen Strom zu speichern und in Phasen höherer Marktpreise zu nutzen.

Zusätzlich können Kunden mit Batteriespeichern aktiv am dynamischen Stromeinkauf und Arbitragehandel teilnehmen und so die Wirtschaftlichkeit ihrer Speicher noch einmal erhöhen.

Durch die Optimierte Nutzung seines 1.050 KWh Speichers, hat der trawa Kunde Wein- und Sektkellerei Jakob Gerhardt, in 6 Monaten 23 % Stromkostenoptimierung erzielen können. Der Fokus lag bei ihm auf der PV-Eigenverbrauchserhöhung, der Lastspitzenkappung sowie dem dynamischen Stromeinkauf und Arbitragehandel.

Zudem sind die Investitionskosten für Lithium-Ionen-Speicher zwischen 2020 und 2025 um rund 40 % gesunken. Dadurch haben sich die Amortisationszeit und Wirtschaftlichkeit der Speicher noch einmal deutlich verbessert.

Wichtig hier zu ergänzen ist jedoch:

Eigenerzeugung ersetzt keine durchdachte Beschaffungsstrategie. Sie ist ein Baustein, der sinnvoll integriert werden sollte – aber nicht überschätzt werden darf. Ein typischer Eigenversorgungsanteil durch Dach-PV liegt bei produzierenden Betrieben zwischen 10 und 25 Prozent des Gesamtbedarfs, je nach Dachfläche, Verbrauchsprofil und Schichtbetrieb.


Für wen sich welcher Mix eignet – und für wen nicht

Es gibt kein universell richtiges Modell. Welcher Beschaffungsmix sinnvoll ist, hängt von drei Faktoren ab: Verbrauchsgröße, Lastprofil und organisatorische Kapazität.

Verbrauchsgröße

Ab einem Jahresverbrauch von etwa 2 GWh lohnt sich strukturierte Beschaffung mit Tranchenmodellen wirtschaftlich. Darunter sind Transaktionskosten und Verwaltungsaufwand häufig zu hoch im Verhältnis zum Einsparpotenzial, wobei auch hier Einkaufsgemeinschaften oder spezialisierte Dienstleister Zugänge ermöglichen können.

Ab 5 GWh werden Spotanteile und aktiveres Portfoliomanagement attraktiv.

Ab 10 GWh wiederum ist eine differenzierte Beschaffungsstrategie mit mehreren Instrumenten nicht nur sinnvoll, sondern wirtschaftlich notwendig.


Lastprofil

Unternehmen mit stabilen, vorhersehbaren Lastprofilen können ihren Bedarf präziser planen, was die Beschaffung erleichtert und Ausgleichsenergierisiken verringert. Unternehmen mit stark schwankenden oder saisonalen Lastprofilen müssen ihre Strategie entsprechend anpassen und Puffer einplanen.

Besonders interessant ist dabei das Flexibilitätspotenzial: Wer energieintensive Prozesse, wie Kühlsysteme, Druckluft, Wärmepumpen und Batch-Produktionsprozesse zeitlich verschieben kann, kann aktiv von Preisschwankungen profitieren.


Organisatorische Kapazität

Strukturierte Beschaffung braucht Prozesse und Zuständigkeiten. Wer intern niemanden hat, der regelmäßig Marktdaten überprüft und Beschaffungsentscheidungen trifft, sollte diesen Part externalisieren – aber nicht auf einen einfachen Fixpreis zurückgreifen. Die Komplexität kann delegiert werden. Die Entscheidung, wie viel Risiko das Unternehmen trägt, sollte bewusst getroffen werden.

trawa übernimmt genau diesen Part: Vom Marktmonitoring über die Tranchensteuerung bis zur Entscheidungsunterstützung – damit Sie die Kontrolle behalten, ohne die Komplexität selbst managen zu müssen. Klicken Sie hier und vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin.


Typische Konfigurationen nach Unternehmensgröße
  • 2 bis 5 GWh: 80 % Tranchenmodell Terminmarkt, 20 % Day-Ahead Spot, keine oder einfache Flexibilitätsmaßnahmen

  • 5 bis 15 GWh: 65 bis 70 % Terminmarkt in 4 bis 6 Tranchen, 20 bis 25 % Spot, ggf. Eigenerzeugung und erste Flexibilitätsmaßnahmen

  • Über 15 GWh: Vollstrukturiertes Portfolio mit Terminmarkt, Spot, Flexibilitätsvermarktung und aktivem Monitoring


Die 5 größten Fehler beim Übergang vom Fixpreis zur Flexibilität

Mehr Flexibilität in der Beschaffung klingt richtig – und ist es auch. Aber der Übergang ist fehleranfällig. Wer die häufigsten Fallstricke kennt, vermeidet unnötige Kosten.


Fehler 1: Zu schnelle Umstellung ohne klare Prozesse.

Strukturierte Beschaffung braucht definierte Zuständigkeiten und zuverlässige Datengrundlagen. Wer den Vollversorgungsvertrag kündigt und ab sofort am Spotmarkt kauft, ohne dass intern jemand Marktdaten verfolgt oder Entscheidungen zur Einkaufsstrategie trifft, riskiert hohe Ausgleichsenergiekosten und ungeplante Preisrisiken.


Fehler 2: Überhöhte Erwartungen an Einsparungen.

Strukturierte Beschaffung spart im Vergleich zu schlechten Festpreisen erheblich, ist aber kein Garant für den absoluten Tiefstkurs. Das Ziel ist nicht Perfektionierung, sondern das systematische Treffen besserer Entscheidungen als mit reinen Fixpreisen und damit ein langfristig besserer Mittelwert.


Fehler 3: Nur Preise vergleichen, keine Szenarien rechnen.

Was passiert bei einem milden Winter, einem LNG-Engpass (verflüssigtes Erdgas) oder schnellerem Ausbau erneuerbarer Energien? Wer mehrere Szenarien durchrechnet, trifft strukturell bessere Entscheidungen. Die teuerste Entscheidung im Energieeinkauf ist die, die man aus Gewohnheit trifft.


Fehler 4: Abhängigkeit von Einzelpersonen.

Liegt das Wissen über den Energieeinkauf bei einer einzigen Person, ist es beim nächsten Personalwechsel weg. Strukturierte Beschaffung braucht dokumentierte Prozesse, nicht individuelle Expertise.


Fehler 5: Timing als einzige Stellschraube.

Wer glaubt, es gehe lediglich darum, zum richtigen Zeitpunkt zu kaufen, hat das Konzept lediglich zu einem, Teil verstanden. Tranchenverteilung, Risikoverteilung zwischen Instrumenten und Prozesskontinuität sind die oft wichtigeren Hebel.


Was mittelständische Unternehmen jetzt konkret tun sollten

Die gute Nachricht: Wer heute mit der Überprüfung seiner Beschaffungslogik beginnt, ist rechtzeitig. Die schlechte Nachricht: Wer bis zur nächsten Vertragsverlängerung wartet, verschenkt Handlungsspielraum.

Fünf Fragen helfen dabei, den eigenen Status quo ehrlich einzuschätzen:

  • Wie viel Risikoprämie steckt im aktuellen Vertrag? Vollversorgung, strukturiert oder gemischt – und was kostet das wirklich?

  • Was ist unser Flexibilitätspotenzial? Gibt es energieintensive Prozesse, die zeitlich verschoben werden könnten? Gibt es PV oder Speicher?

  • Rechnen wir Szenarien oder vergleichen wir nur Preise? Welche Beschaffungsstruktur hält einem milden Winter, einem Gasengpass oder einem schnelleren EE-Ausbau stand?

  • Sind unsere Beschaffungsprozesse dokumentiert? Wer entscheidet wann, wer beobachtet den Markt, wer berichtet an die Geschäftsleitung – oder liegt das alles bei einer Einzelperson?

  • Haben wir Eigenerzeugung und Speicher in die Gesamtstrategie integriert? Oder läuft die PV-Anlage noch unverbunden neben der Beschaffung her?

Wer diese Fragen beantworten kann, hat die Grundlage für einen zukunftsfähigen Beschaffungsmix. Wer es nicht kann, weiß, wo er ansetzen sollte.


Der Fixpreis verschwindet nicht – aber er reicht allein nicht mehr aus

Der Fixpreis allein ist nicht das Problem. Er wird zum Problem, wenn er die einzige Antwort auf den komplexen und volatilen heutigen Strommarkt ist.

Wer 2026 gut aufgestellt sein will, kombiniert Planbarkeit mit Marktchancen: eine gesicherte Basis über strukturierte Terminmarktanteile, einen Spotanteil, der von günstigen Marktphasen profitiert, und – wo sinnvoll – Eigenerzeugung und Flexibilitätsmaßnahmen als ergänzende Bausteine.

Kein Trading-Desk und keine Spekulation, sondern eine systematische Steuerung von Risiken, die heute ohnehin auf dem Markt vorhanden sind – ob man sie aktiv managt oder nicht.

Der Unterschied zwischen Unternehmen, die Energiebeschaffung als jährliche Pflichtübung verstehen, und denen, die sie als strategische Funktion begreifen, wird in vielen Fällen im fünf- bis sechsstelligen Bereich messbar sein.


trawa als Partner: Komplexität delegieren, Kontrolle behalten

Genau hier setzt trawa an: Wir unterstützen mittelständische Unternehmen dabei, einen strukturierten Beschaffungsmix aufzusetzen, der Planbarkeit schafft und gleichzeitig Marktchancen nutzbar macht – ohne dass Sie dafür ein internes Trading-Desk aufbauen müssen.

Die Komplexität kann delegiert werden. Die Entscheidung, wie viel Risiko Ihr Unternehmen tragen will, treffen Sie bewusst – mit klaren Prozessen und Transparenz über die relevanten Stellschrauben. Klicken Sie hier und lassen Sie sich unverbindlich beraten.


Quellen:

Historische Industriestrompreise Deutschland (2010–heute): https://www.stromauskunft.de/industriestrom/was-kostet-industriestrom/

Statista – Industriestrompreis Deutschland seit 1995: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155964/umfrage/entwicklung-der-industriestrompreise-in-deutschland-seit-1995/

Strompreisentwicklung 2026 – Verivox: https://www.verivox.de/strom/strompreisentwicklung/

Destatis – Energiepreisentwicklung (Publikation): https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Publikationen/Energiepreise/energiepreisentwicklung-pdf-5619001.pdf

BDEW – Erneuerbare Energien 2024: gut 55 % des Bruttostromverbrauchs: https://www.bdew.de/presse/presseinformationen/erneuerbare-energien-erreichen-neuen-hoechstwert-gut-55-prozent-des-stromverbrauchs-in-2024-gedeckt/

Fraunhofer ISE – Öffentliche Stromerzeugung 2024: https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2025/oeffentliche-stromerzeugung-2024-deutscher-strommix-so-sauber-wie-nie.html

Umweltbundesamt – Anteil Erneuerbare am Bruttostromverbrauch: https://www.umweltbundesamt.de/indikator-anteil-erneuerbare-am

FfE – Deutsche Strompreise an der EPEX Spot 2024 (459 Stunden negativ): https://www.ffe.de/veroeffentlichungen/deutsche-strompreise-an-der-boerse-epex-spot-im-jahr-2024/

FfE – Deutsche Strompreise an der EPEX Spot 2025: https://www.ffe.de/veroeffentlichungen/deutsche-strompreise-an-der-boerse-epex-spot-im-jahr-2025/

Statista – Negative Strompreise: Anzahl der Stunden in Deutschland: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/618751/umfrage/anzahl-der-stunden-mit-negativen-strompreisen-in-deutschland/

EPEX SPOT – Q&A Negative Preise (PDF): https://www.epexspot.com/sites/default/files/download_center_files/Q&A Negative Preise.pdf

Fraunhofer ISE – Stromerzeugung 2024 (PDF): https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/presseinformationen/2025/Stromerzeugung_2024.pdf

Tagesspiegel Background – Warten auf Reiches Gasspeicherkonzept: https://background.tagesspiegel.de/energie-und-klima/briefing/warten-auf-reiches-gasspeicherkonzept

ZfK – Gasspeicher-Verband sieht Befüllung gefährdet: https://www.zfk.de/unternehmen/beschaffung/steigende-gaspreise-gefaehrden-rechtzeitige-aufuellung-der-speicher-zum-naechsten-winter

INES – Wiederbefüllung als zentrale Herausforderung: https://energien-speichern.de/ines-gas-szenarien-gasversorgung-fuer-restwinter-gesichert-wiederbefuellung-wird-zur-zentralen-herausforderung/

FAZ – Von der Leyen: So will die EU Strompreise senken: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/von-der-leyen-so-will-die-eu-strompreise-senken-accg-200639747.html

EU-Kommission – Von der Leyen zu Stromversorgung: https://germany.representation.ec.europa.eu/news/kommissionsprasidentin-von-der-leyen-zu-stromversorgung-kernenergie-und-erneuerbare-energien-spielen-2026-03-10_de

Spiegel – Strommarkt-Reform & günstigere Energie: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/strommarkt-reform-ursula-von-der-leyen-stellt-verbrauchern-billigere-energie-in-aussicht-a-fe8bdef9-6435-44fb-abc3-972c847b8fa7

Mit der optimierten Stromversorgung von trawa Strom einkaufen, wie es die Großkonzerne tun

Sie haben Fragen? Wir haben die Antworten.

Muss ich mich bei der Nutzung von Windstrom für einen langen Zeitraum binden?

Welche Daten kann ich in der Energie Management Software sehen?

Wie funktioniert die trawa Grünstrombeschaffung?

Was ist der Mindeststrombedarf, um trawas Stromversorgung in Anspruch nehmen zu können?

Wie viel kann ich mit trawa bei den Stromkosten sparen?

Was sind PPAs und wie funktionieren sie im trawa-System?

Muss ich mich selbst um die Beschaffung kümmern?

Was sind die Vorteile der trawa Grünstrombeschaffung?

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Kann trawa die Beschaffung für mehrere Unternehmensstandorte übernehmen?

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