TUNTEN ZWECKLOS


TUNTEN ZWECKLOS – ein Dokument schwuler Geschichte, Solidarität und Selbstbewusstseins

Dokumentarfilm, 83“, Farbe, engl. UT
Ein Film von Jutta Riedel und Mirek Balonis

„Tunte als Schimpfwort: schwule Sau, die blöde Tunte, tuntiger Gang, tuntige
Körperhaltung, das gebrochene Handgelenk. Laute Schwule, bunt gekleidet, schrill, können die die Schwulen präsentieren?…“ fragt Volker im Film.

Die Hamburger Bollenmädels stehen für viele Homosexuelle, die in den frühen 80ern ihr Coming-out in der deutschen Provinz durchlitten haben.
Neun sehr unterschiedliche Männer lernen sich Ende 80er in Hamburg kennen, werden Freunde und fummeln sich seitdem bei CSD und anderen Aktionen als Schwarzwaldmädel auf. Sie agieren anarchisch und mit sehr viel Spaß. Ihr Engagement für Vielfalt und Gleichstellung ist heute nach wie vor ungebremst. 2018 schenken sie auf offizielle Einladung hin dem Manneken Pis ein selbstgeschneidertes Dirndl – das erste weibliche Kostüm des Brüsseler Wahrzeichens seit 400 Jahren. Die Einkleidung vor Ort entwickelt sich spontan zu einem multikulturellen Straßenfest.
Interviewthemen erstrecken sich von der Kindheit über Coming-out, Sexualität und Aids-Krise bis zu Pflege und Tod der Eltern und vorläufigen Resümees einzelner Lebensläufe. Über die unterschiedlichen Archiv-Medien und Animationsteile wird der Film auch zum Generationenporträt und bildet einen Ausschnitt der Schwulenbewegung in Deutschland ab.


Stimmen zum Film:

Ich wusste nichts von den Bollenmädels und so ist euer Film ein schönes Stück Historie und zeitgenössische Geschichte. Ich finde es sehr wichtig die subkulturellen Puzzleteile und damit Zusammenhänge von Emanzipation aufzuzeigen ohne die es keine größere Bewegung gäbe. Die Animationen heben das Ganze auch auf eine allgemeingültigere Ebene und die hergeleiteten Einzelgeschichten der Protagonisten ergeben zudem ein Bild der Herkunftsgesellschaften, zu denen der Wandel von Familienverständnis gehört wie der Film aufzeigt. Also herzlichen Glückwunsch und auch  dem Film alles Gute – Wieland Speck, Berlin

Wow. Was für ein Film. Kulturgeschichte at its best. Zeitreise. Reise durch kulturelle Konventionen. Menschen. Ich bin ziemlich abgeräumt. Danke! – Henrik Schrat, Berlin

Herzlichen Glückwunsch zum Bollenmädel – Film, sah ihn gerade in Frankreich: gerührt begeistert dynamisiert. Die Erzählungen der Mädels, die zu den verschiedenen Themen so scharf zusammengestellt waren, dass sich die Geschichte der Gruppe fast wie die eines (starken, verschlungenen, freundlichen und wilden) Wesens entziffern ließ- geformt von den Zumutungen und Chancen ihres historischen Moments – war für mich politischer Film vom Feinsten. Super mit den knappen Inserts von Fernsehballett bis Gauweiler: Endlich wurde das Publikum mal nicht unterschätzt und ohne belehrenden Gestus Kontext vermittelt. Beeindruckend auch in der Offenheit, Verletzbarkeit, die in den Erzählungen rüberkam. Danach lässt sich freier atmen – Dr. Claudia Reiche, Hamburg


Wir bedanken uns für Förderungen bei der Film- und Medienstiftung NRW, dem Kultusministerium NRW, bei Hamburg Pride, der Arcus-Stiftung Köln und allen Startnext-Sponsoren.

Danke auch dem Filmbüro NW, Hamburg Leuchtfeuer, Hein & Fiete, AIDS-Hilfe Hamburg, LSVD Hamburg, dem Magnus Hirschfeld Centrum Hamburg, der Regenbogenstiftung Hamburg,  der Bundesinteressenvertretung Schwuler Senioren, dem Schwulen Museum Berlin, dem Pink Channel, der Schwulen Welle Freiburg und der Akademie Waldschlösschen für ihre Unterstützung.


Der Film hatte am 23. 10.2021 im Rahmen des Hamburg International Queer Film Festival im Passage-Kino Premiere.
Am 1.5.2022 waren wir zum Pink Apple Festival in Zürich eingeladen.
Und wir freuen uns sehr auf die Teilnahme an der Schwulen Filmwoche Freiburg am 22.5.2022.

Pink-Channel: Interview mit Mirek Balonis bei der Premiere
Statements
auf der Sponsoren-Premiere am 24.10. im Hamburger Elbe-Theater:

Startnext-Teaser
Homepage der Bollenmädels