Batteriespeicher
Batteriespeicher vermarkten: Chancen für Gewerbe und Industrie

Geschrieben von:
Julia Buchterkirchen

Welche Vermarktungsmöglichkeiten Sie mit einem Batteriespeicher nutzen können, schlüsseln wir in diesem Beitrag für Sie auf. Zudem zeigen wir, wie Sie die Wirtschaftlichkeit und Amortisation Ihres Batterie-Investments verbessern können.
Auf einen Blick: Batteriespeicher vermarkten
Batteriespeicher vermarkten lohnt sich für Unternehmen mit hohem Energiebedarf: Speicher können Energiekosten senken und Zusatzerlöse ermöglichen.
Je nach Ausgangslage kommen vier Bausteine in Frage: Eigenverbrauchsoptimierung, Spitzenlastkappung, strompreisoptimierter Einkauf und Kapazitätsvermarktung.
Welche Vermarktungsstrategie passt, hängt unter anderem von Unternehmensstrategie, Energiebedarf und lokaler Versorgungssituation ab.
Sie wollen wissen, welche Batteriespeicher-Vermarktungsoptionen zu Ihrem Standort passen?
Warum ist Flexibilität so wertvoll?
Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien steigen die Preisschwankungen innerhalb eines Tages. [1] Diese Schwankungen nennt man Volatilität.
Konventionelle Kraftwerke produzieren meist gleichmäßig Strom. PV-Anlagen erzeugen vor allem Strom, wenn die Sonne scheint. Windparks liefern Strom, wenn viel Wind weht.
2024 lag der Anteil der erneuerbaren Energien bei über 60 Prozent. [2] Bis 2030 soll der Anteil auf 80 Prozent steigen. [3]
Um starken Preisschwankungen entgegenzuwirken, braucht es Flexibilität, zum Beispiel von Batteriespeichern. Sie sind das Verbindungsstück zwischen der Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien und dem Stromhandel.
Flexibilität ist die Antwort auf Volatilität.
Welche Vermarktungsoptionen gibt es?
Durch intelligente Optimierung bieten Batteriespeicher Flexibilität, von der Unternehmen heute profitieren können. Dadurch entstehen neue Nutzungs- und Vermarktungschancen. Zu diesen zählen:
Eigenverbrauchsoptimierung
Batteriespeicher können Stromüberschüsse, zum Beispiel aus der eigenen PV-Produktion, speichern und später für den Eigenverbrauch bereitstellen. So können Unternehmen den Anteil teuren Netzstroms reduzieren.
Lastspitzenkappung
Die Höhe der Netzentgelte richtet sich nach der höchsten gemessenen Leistung im Jahr. Ein Batteriespeicher kann Lastspitzen kappen und die Lastkurve glätten. Das senkt die Leistungspreise der Netzentgelte und damit die Energiekosten.
Strompreisoptimierter Einkauf
Strompreise schwanken stark innerhalb eines Tages. Mit einem Batteriespeicher und kontinuierlicher Marktanalyse kaufen Unternehmen Strom dann ein, wenn er günstig ist. Der gespeicherte Strom wird genutzt, wenn Netzstrom teuer ist.
Kapazitätsvermarktung
Die Kapazität des Batteriespeichers kann an den Strombörsen gehandelt werden und Zusatzerlöse generieren. Besonders attraktiv ist die Vermarktung an den Kurzzeitmärkten (Intraday-Handel). Dies verbessert die Wirtschaftlichkeit oft deutlich.
Mit trawa schöpfen Sie das volle Vermarktungspotenzial Ihres Batteriespeichers aus – von Eigenverbrauch und Lastspitzenkappung bis zur Kapazitätsvermarktung.

Grafik erstellt durch trawa [4]
Vermarktung in der Praxis: Zwei Fallbeispiele
Flexibilität lässt sich auf unterschiedliche Weise erzeugen und vermarkten. Unternehmen brauchen dafür nicht zwingend eigene Erzeugungsanlagen.
Zwar kann durch bereits vorhandene Erzeugungsanlagen im Zusammenspiel mit einem Batteriespeicher der Eigenverbrauch optimiert und die Energiekosten gesenkt werden.
Aber auch ein Batteriespeicher ohne eigene Stromproduktion bietet verschiedene Vermarktungsoptionen für Flexibilität. Das zeigen die folgenden Fallbeispiele.
1. Anwendungsfall: Batteriespeicher mit Eigenstromversorgung
Ein Unternehmen mit hohem Jahresstromverbrauch nutzt seinen Batteriespeicher ergänzend zu seiner Eigenstromversorgung mit einer PV-Dachanlage.
Optimierung:
Eigenverbrauch erhöhen: Überschüssiger PV-Strom wird im Batteriespeicher zwischengespeichert.
Netzentgelte senken: Der Batteriespeicher kappt Spitzenlasten.
Beschaffung optimieren: Laden mit Netzstrom, wenn der Strompreis sehr gering ist.
Kapazität vermarkten: Freie Kapazität wird an den Kurzzeitmärkten genutzt.
Wie trawa das in der Praxis umsetzt, zeigt die Erfolgsgeschichte der Wein- und Sektkellerei Jakob Gerhardt: Mit grünem Stromeinkauf, höherem PV‑Eigenverbrauch und Batteriespeichersteuerung senkte das Weingut die Energiekosten um 23 %.
Die ganze Geschichte sehen Sie hier: „23 % weniger Stromkosten: Wie Jakob Gerhardt Energie zum Wettbewerbsvorteil macht | trawa“.
2. Anwendungsfall: Batteriespeicher ohne Eigenstromversorgung
Ein Unternehmen mit hohem Jahresstromverbrauch nutzt seinen Batteriespeicher ohne eigene Stromproduktion zur Flexibilitäts- und Kapazitätsvermarktung.
Optimierung:
Preisoptimiert laden: Laden mit Netzstrom, wenn dieser besonders günstig ist und Nutzung in teuren Phasen.
Spitzenlasten kappen: Entladen bei hohem Strombedarf, um Netzentgelte zu senken.
Mehr Kapazitätsvermarktung: Weil keine Eigenverbrauchserhöhung nötig ist, steht mehr Kapazität für die Vermarktung zur Verfügung.
Welche Vermarktungsstrategie passt zu Ihrem Unternehmen?
Regulatorische Änderungen im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) schaffen für mittelständische Unternehmen mit hohem Jahresstromverbrauch die Grundlage, an der Flexibilitätsvermarktung teilzunehmen. [5]
Zudem sind Batteriespeicher heute so günstig wie nie zuvor. [6] Das eröffnet Vermarktungschancen für Unternehmen. Dadurch kann sich die Wirtschaftlichkeit verbessern und die Amortisationszeit sinken.
Sie wollen die passende Vermarktungsstrategie für Ihren Batteriespeicher finden?
Häufige Fragen zur Vermarktung von Batteriespeichern (FAQ)
1) Was ist Kapazitätsvermarktung bei Batteriespeichern?
Dabei wird die verfügbare Kapazität des Speichers am Strommarkt eingesetzt, um Zusatzerlöse zu erzielen, besonders an Kurzzeitmärkten wie dem Intraday-Handel.
2) Welche Vermarktungsoptionen gibt es für Batteriespeicher?
Typische Bausteine sind Eigenverbrauchsoptimierung, Spitzenlastkappung, strompreisoptimierter Einkauf und Kapazitätsvermarktung.
3) Wie finde ich die passende Vermarktungsstrategie für meinen Batteriespeicher?
Das hängt von Unternehmensstrategie, Energiebedarf und lokaler Versorgungssituation ab. Sinnvoll ist es, die Optionen zu prüfen und die Planung und Vermarktung mit Experten zu besprechen.
Fazit: Die richtige Vermarktungsstrategie finden
Welche Vermarktungsstrategie für Ihr Unternehmen die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ausschlaggebend sind Unternehmensstrategie, Energiebedarf und die lokale Versorgungssituation.
Für Unternehmen aus Gewerbe und Industrie lohnt es sich, die Vermarktungsoptionen zu prüfen. Sprechen Sie frühzeitig mit Experten, die bei Konzept und Umsetzung unterstützen.
Wichtig ist, den Batteriespeicher nicht isoliert zu betrachten. Sinnvoll ist er als Teil einer ganzheitlichen Energiestrategie, die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zusammen denkt.
Nächste Schritte zur Vermarktung von Batteriespeichern
Optionen im eigenen Kontext prüfen: Klären Sie, welche Bausteine für Sie relevant sind, ob Eigenverbrauchsoptimierung, Spitzenlastkappung, strompreisoptimierter Einkauf oder Kapazitätsvermarktung.
Grundlagen vertiefen: Einen Überblick zu Funktionsweise, Einsatzmöglichkeiten und Nutzen von Batteriespeichern erhalten Sie in „Batteriespeicher: Schlüssel zur autarken & günstigen Energie für Firmen“.
Wirtschaftlichkeit 2026 einordnen: Wie der Industriestrompreis die Investition in einen Speicher beeinflussen kann, zeigen wir in „Industriestrompreis 2026: Wie Sie Ihren Batteriespeicher faktisch subventionieren und doppelt profitieren“.
Beschaffung und Speicher zusammendenken: Wie Planbarkeit und Marktchancen 2026 zusammenspielen und wo Speicher sinnvoll ergänzen, erklären wir in „Vom Fixpreis zur Flexibilität: So sieht der moderne Beschaffungsmix 2026 aus“.
Sie haben noch offene Fragen?
Quellen:
[2] Fraunhofer ISE, 02.01.2025. Öffentliche Stromerzeugung 2024: Deutscher Strommix so sauber wie nie.
[4] trawa
Batteriespeicher

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