Stromeinkauf

Gewerbestrompreis 2026: Mit Direktstromverträgen und dynamische Tarifen das Risiko hoher Preise senken

Mittelständische Unternehmen, die Strom nur über den Festpreis einkaufen, zahlen häufig mehr als nötig – denn Versorger kalkulieren das Risiko volatiler Energiemärkte bewusst ein. Den Gewerbestrompreis dauerhaft zu senken, ermöglichen dynamische Tarife und Power Purchase Agreements als wirksame Alternative.

Mittelständische Unternehmen, die Strom nur über den Festpreis einkaufen, zahlen häufig mehr als nötig – denn Versorger kalkulieren das Risiko volatiler Energiemärkte bewusst ein. Den Gewerbestrompreis dauerhaft zu senken, ermöglichen dynamische Tarife und Power Purchase Agreements als wirksame Alternative.

Anne Fischer – Content Marketing Manager trawa

Written by:

Anne Fischer

Die vergangenen 5 Jahre haben deutlich gemacht: Stromkosten sind für viele Unternehmen vom kalkulierbaren Posten zum ernsthaften Risiko geworden – und ein dauerhaft hoher Gewerbestrompreis kann zur existenziellen Belastung werden [2].

Geopolitische Spannungen und der Ausbau erneuerbarer Energien schaffen volatile Märkte, die die Preisstrukturen des Stromeinkaufs auf den Kopf gestellt haben. Das setzt insbesondere Mittelständler unter Druck, bei denen die Energiekosten zum Teil über die Wettbewerbsfähigkeit entscheiden [3][7]. 

Wer Strom nur über den reinen Festpreis vergleicht, übersieht häufig die Vorteile strukturierter Beschaffung, dynamischer Tarife und Direktstromverträge  – und zahlt langfristig drauf. Warum das so ist und wie dynamische Tarife und Direktstromverträge  – sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs) – Abhilfe schaffen können, ist Thema dieses Beitrages [1]. 

Es werden zwei wichtige Hebel vorgestellt, mit denen Unternehmen:

  1. Ihre Energiekosten aktiv senken, 

  2. das Risiko in der Beschaffung gezielt steuern und 

  3. sich unabhängig von Marktprognosen dauerhaft günstig aufstellen.

Ein fester Preis hat einen klaren Vorteil: Er ist planbar. Unternehmer und Einkäufer wissen zu Beginn der Laufzeit genau, was sie zahlen werden und können entsprechend kalkulieren. Doch diese Planbarkeit hat einen Haken.


Festpreis: Bequem, aber mit versteckten Kosten 

Wer Strom ausschließlich zum Festpreis einkauft, legt den gesamten Bedarf für die Laufzeit zum Preisniveau des Einkaufzeitpunkts fest. Damit haben Kunden zwei wesentliche Vorteile: Einen sicheren Preis pro kWh und keinen Aufwand bis zum nächsten Vertragsabschluss [6]. 

Diese eingekaufte Sicherheit lassen sich die Versorger jedoch sehr gut bezahlen – und die Kosten werden dem Käufer auf die Energiekosten draufgerechnet.  


Risikoaufschläge als Kostenpunkt

Die Verkäufer kalkulieren bei Festpreisen das Risiko eines steigenden Gewerbestrompreis bewusst ein. Diese Risikoaufschläge sind in volatilen Märkten in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das Ergebnis: Der Festpreis liegt strukturell häufig über dem durchschnittlichen Marktniveau [3].


Festpreise lassen Chancen aus Marktschwankungen liegen

Ein wesentlicher Nachteil von Festpreisverträgen: Die Kunden können die Schwankungen am Strommarkt nicht für sich nutzen, welche dynamische Tarife ermöglichen [6]. 


Einkauf am Spotmarkt als Alternative

Mittelständler, die sich entscheiden, Strom direkt an der Strombörse einzukaufen, nehmen ein höheres Risiko für einen teuren Gewerbestrompreis auf sich, profitieren aber gleichzeitig von den Chancen niedriger und negativer Energiekosten. 

Der Preis am Spotmarkt schwankt stündlich und wird täglich für den Folgetag festgelegt, je nachdem, wie viel Strom gerade im Netz verfügbar ist und wie hoch die Nachfrage ist. Wer seinen Verbrauch in günstige Stunden verlagert – in Zeiten mit viel verfügbarem Strom aus erneuerbaren Energien – kann dadurch deutlich Kosten sparen.


Festpreise und Spotmarkt-Preise im Vergleich

Die Zahlen sprechen für sich. Ein Vergleich der EEX-Spot- und Terminmarktpreise aus den Jahren 2023/24 zeigt: Zwar schwankt der dynamische Preis (Spotmarkt) über das Jahr hinweg, liegt durchschnittlich jedoch spürbar unter dem durchschnittlichen Festpreis [2][7]. 

Grund dafür sind neben fehlenden Risikozuschlägen zeitweise stark negative Preise, die durch ein regelmäßiges Überangebot an verfügbarem Strom aus erneuerbaren Energien im Netz entstehen. Unternehmen, die lediglich den Preis prüfen und einen Festpreisvertrag abschließen, lassen diesen Kostenvorteil schlicht liegen.


Professionelle Einkaufsstruktur mit dynamischen Anteilen

Unternehmen können statt einem einzelnen Festpreis oder einem Spotmarkt-Tarif auch ein gemischtes Portfolio wählen: Der sogenannte dynamische Portfolioansatz – eine immer beliebter werdende Alternative, um Energiekosten zu senken. Dabei werden feste Bestandteile mit variablen Preisbestandteilen kombiniert.


Aufbau und Vorteile von Portfolios

Ein solches Portfolio kann aus Direktstromverträgen mit Wind- und Solarparks (Power Purchase Agreements – PPAs), Absicherung am Terminmarkt und einem flexiblen Anteil über den Spotmarkt bestehen. Auf den Einfluss dieser Power Purchase Agreements gehen wir in einem folgenden Abschnitt noch einmal genauer ein. 

Nach diesem dynamischen Portfolio werden in Phasen mit einem günstigen Preis größere Mengen langfristig gesichert. In teuren Phasen bleibt die Beschaffung bewusst flexibel, um einen Teil kurzfristig zu decken. So werden Kostenschwankungen geglättet, der Gewerbestrompreis im Durchschnitt günstiger und Unternehmen profitieren von der Bewegung im Markt, statt unter ihr zu leiden.


Zeitliche Staffelung ist das A und O

Wichtig ist dabei vor allem die zeitliche Staffelung. Der Einkauf wird nicht zu einem Zeitpunkt festgelegt. Stattdessen werden Mengen über verschiedene Zeiträume verteilt fixiert. Der gestaffelte Einkauf reduziert das Risiko teurer „Einmal-Käufe“ und funktioniert ähnlich wie ein ETF-Sparplan: Es wird nach und nach eingekauft, wodurch der durchschnittliche Preis über die Zeit geglättet wird.

Die Faustregel: Wer häufiger über verteilte Zeitpunkte fixiert, reduziert das Risiko ausreißender Stromkosten um bis zu 25 %. 

Quelle: Strommarktanalyse trawa [4].


Power Purchase Agreements als günstigerer Baustein im Portfolio

Ein wichtiger Baustein, um den Strompreis innerhalb eines Portfolios zu senken, sind Power Purchase Agreements (PPAs). Dabei handelt es sich um langfristige Direktstromverträge mit Wind- oder Solarparks [1]. 

Deutschland hat sich laut dena-PPA-Marktanalyse 2024 als zweitgrößter PPA-Markt Europas etabliert, was zeigt, wie zugänglich dieser Markt inzwischen auch für deutsche Mittelständler ist [1].

PPAs bieten oft Kostenvorteile, senken das Risiko volatiler Preise und stabilisieren den Gewerbestrompreis von Unternehmen über mehrere Jahre – ein wirksamer Schutz vor kurzfristigen Marktsprüngen. Ein weiterer Vorteil: Das erwartete Lieferprofil aus einem Direktstromvertrag passt meist ideal zum tatsächlichen Lastprofil des Mittelständlers.


Das Grundprinzip

Im Power Purchase Agreement wird eine Leistung (Kapazität) vereinbart, keine garantierte Strommenge. Da es sich ausschließlich um Quellen aus erneuerbaren Energien handelt, die schwer planbar sind, hängt es von Wind und Sonne ab, wie viel Strom tatsächlich geliefert wird.  


Power Purchase Agreement und Terminmarkt-Produkte im Vergleich

PPA-Strom ist im Erwartungswert oft günstiger als vergleichbare Terminmarkt-Produkte, weil der Käufer Produktions- und Profilrisiken mitträgt [1]. Viele Unternehmen nutzen diesen Preisvorteil gezielt, indem sie Power Purchase Agreements als günstigen Baustein dem Portfolio beimischen. Ergänzt um Terminmarkt- oder Spotmarkt-Produkte bleibt das Portfolio stabil – ein besserer Gewerbestrompreis wird erzielt, ohne dass die Risiken aus dem Ruder laufen.


Frühzeitige Preisfixierung senkt das Risiko hoher Energiekosten um bis zu 50 % 

Während Mittelständler über die Staffelung im Einkauf bereits Stromkosten senken, lassen sich durch einen frühzeitigen Start der Fixierung am Terminmarkt Preissprünge umgehen. Der frühzeitige Abschluss eines Vertrages und der Beginn von Einkäufen weit vor Lieferbeginn helfen, Preissprünge zu umgehen und die Kosten planbarer zu machen. 

Das Prinzip ist einfach: Mittelständische Unternehmen starten ihren Stromeinkauf mehrere Jahre vor dem Lieferjahr – mit schrittweisem Einkauf über die Zeit. Wenn die Preise attraktiv sind, wird ein größerer Teil langfristig fixiert. Steigen die Preise, werden Käufe bewusst pausiert oder nur ein kleiner Teil abgesichert. So werden teure „Alles-oder-nichts"-Entscheidungen kurz vor Lieferbeginn vermieden.


Fixierung in der Zukunft als Hebel zum Sparen

Ein weiterer Vorteil: Je weiter in der Zukunft fixiert wird, desto günstiger sind Terminmarkt-Produkte häufig, und damit der durchschnittliche Gewerbestrompreis – wie die folgende Grafik zeigt [7]. Wer beispielsweise in Q1 2026 bereits Teile für 2029 sichert, kann diesen Kosteneffekt gezielt nutzen.


Wer nur den Preis vergleicht, zahlt im Zweifel mehr

Ein günstiger Gewerbestrompreis beginnt demnach nicht beim günstigsten Anbieter. Er beginnt bei der richtigen Strategie und realistisch kalkulierten Stromkosten. Wer Stromeinkauf strategisch denkt, spart strukturell und dauerhaft – unabhängig davon, wohin sich der Markt als nächstes bewegt [3]. 


Die Einkaufsstrategie der Konzerne, nutzt heute der Mittelstand

Dynamische Tarife, gestaffelte Preis-Fixierung und Power Purchase Agreements sind heute keine Instrumente mehr, die nur großen Konzernen vorbehalten sind. Sie sind auch für mittelständische Unternehmen zugänglich [1]. Der Unterschied zu klassischen Festpreisverträgen ist deutlich und kann sich auf bis zu 25 % Kostenreduktion summieren [4].


Weitere Hebel zur Kostensenkung

Dynamische Tarife und Power Purchase Agreements sind dabei erst der Anfang. Der Gewerbestrompreis lässt sich durch weitere Hebel um insgesamt bis zu 30 % senken [4]. Im trawa Whitepaper „Acht Wege Strom zu sparen: Raus aus der Preisspirale“ werden Ihnen diese weiteren 6 Hebel vorgestellt, mit denen Unternehmen ihre Stromkosten nachhaltig und systematisch senken können – von der intelligenten Anlagensteuerung bis zur Nutzung staatlicher Förderungen [5]. 

Laden Sie sich hier das kostenfreie Whitepaper “Raus aus der Preisspirale” herunter und senken Sie Ihre durchschnittlichen Energiekosten. 


Starken Partner für die Umsetzung suchen

Wer früh startet und den Energieeinkauf mit diesen einfachen Schritten professionalisiert, senkt die Energiekosten dauerhaft. Gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von Preissprüngen beim Einkauf von Strom. Das schafft insbesondere Mittelständlern einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil.

trawa ist Ihr Partner für die Umsetzung der Hebel. Um einen günstigen Gewerbestrompreis zu erreichen, hilft trawa Unternehmen, die passenden Maßnahmen zu identifizieren, wirtschaftlich zu bewerten und optimal zu kombinieren. Dafür analysiert trawa Ihre Lastgänge, prüft Einkaufs- und Vertragsstrukturen und priorisiert die größten Hebel. So können Sie mit trawa Ihren Stromeinkauf optimieren und Stromkosten senken – um bis zu 30 % [4]. Und das mit Strom, der zu 100 % durch erneuerbare Energien gewonnen wird.

Bei Fragen oder dem Wunsch nach einer kostenfreien Potenzialanalyse unterstützen Sie die Experten von trawa gerne. 

Klicken Sie dafür gerne hier, um unser Kontaktformular zu nutzen. 


[1] dena (Deutsche Energie-Agentur), August 2025. PPA-Marktanalyse 2024. URL: https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2025/PPA_Marktanalyse_2024.pdf

[2] Strom Report, 2025. Strompreise 2026 – ENTLASTUNGEN: Wer wirklich spart – und wer nur wenig. URL: https://strom-report.com/strompreise/

[3] BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft), April 2026. BDEW-Strompreisanalyse April 2026. URL: https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/

[4] trawa, 2025. Interne trawa Strommarktanalyse. Unveröffentlicht. 

[5] trawa, April 2026. Whitepaper: Acht Wege Strom zu sparen: Raus aus der Preisspirale. URL: https://www.trawa.de/wissen-insights/acht-wege-stromkosten-zu-sparen

[6] Strom Report, 2024. Strompreise für Gewerbe. URL: https://strom-report.com/strompreise/gewerbe/

[7] Energy Charts, 15. April 2026. Strom Futures Base Deutschland. URL: https://www.energy-charts.info

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Questions? We have answers.

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What is the minimum power requirement to be able to use the electricity supply?

How much can I save on electricity costs with trawa?

What are PPAs and how do they work in the trawa system?

Can I adjust my energy mix based on specific preferences?

What are the advantages of green electricity sourcing from trawa?

What happens when my consumption profile changes?

Can trawa take over procurement for multiple company locations?

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