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Sichere Energieversorgung trotz Dunkelflaute – Strategien für den Mittelstand

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trawa
Dunkelflauten in aller Kürze
Dunkelflauten sind Phasen mit wenig Wind- und Solarerzeugung.
Dadurch entstehen Versorgungsengpässe, die das Stromnetz stärker belasten und die Preise nach oben treiben - gleichzeitig wird die Anforderung an Flexibilisierung des Netzes größer.
Unternehmen mit hohem Spotmarktanteil spüren Preisspitzen während Dunkelflauten besonders stark, während sie in Hochphasen (z.B. viel Wind) überproportional profitieren.
Bei teilabgesicherten Portfolios – etwa mit Power Purchase Agreements (PPAs) – hängt die Betroffenheit stark von der Struktur ab. Festpreise vermitteln zwar Sicherheit, führen im Jahresdurchschnitt jedoch häufig zu höheren Gesamtkosten.
Warum gewinnen Dunkelflauten an Relevanz?
Mit einem erneuerbaren Anteil von über 50 Prozent im deutschen Strommix - bei Bestrebungen auf 100% Erneuerbare zu steigen - wird die stabile Versorgung eine zunehmend komplexe Aufgabe. Phasen mit deutlich unterdurchschnittlicher Wind- und Solarproduktion treten im Schnitt etwa zwei- bis viermal pro Jahr auf (besonders im Spätherbst und in den Wintermonaten) und stellen das Energiesystem auf die Probe. In diesen Phasen kann das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nur durch den flexiblen Einsatz von Speichern, Reservekraftwerken und kurzfristigem Stromhandel gesichert werden, was die Preise steigen lässt.
Symptomatisch hierfür ist die aktuelle Diskussion um zusätzliche Gaskraftwerkskapazitäten zur Sicherung der Netzstabilität. Zwar treibt die Bundesregierung entsprechende Pläne voran, doch viele Energieversorger zögern wegen wirtschaftlicher Unsicherheiten und fehlender Marktanreize. Das Ringen verdeutlicht den Zielkonflikt der Energiepolitik – zwischen Versorgungssicherheit, Klimazielen, Unabhängigkeit vom Ausland und Investitionsrealität.
Zwei- bis Zehnfache Preissprünge für Firmen ohne Absicherung
Für Unternehmen bedeuten Dunkelflauten häufig unerwartet hohe Stromkosten. Während der Dunkelflaute im Winter 2024/25 stiegen die Strompreise an der EPEX Spot‑Börse zeitweise auf 936 €/MWh – ein extremes Niveau im Vergleich zum Jahresmittelwert von ca. 80 €/MWh. Damit lag der Preis kurzfristig rund 11-fach über dem durchschnittlichem Jahresniveau.
Für energieintensive Unternehmen mit 24/7‑Produktion kann das ohne aktive Steuerung oder Absicherung eine plötzliche Verdopplung bis Verzehnfachung der Energiekosten im eigenen Energiemix bedeuten.
Wie stark und inwiefern ein Unternehmen betroffen ist hängt vom Beschaffungsmodell ab:
Festpreistarife:
Unternehmen sind zunächst nicht betroffen, müssen aber mittelfristig mit höheren Preisen rechnen. Denn Versorger fungieren gewissermaßen als Versicherer gegen Preisschwankungen – und je stärker die Volatilität am nationalen Markt steigt, desto höher fallen ihre Sicherheitsaufschläge aus. Preisspitzen aus Zeiten von Dunkelflauten fließen so direkt in die zukünftigen Tarifkalkulationen ein - die "Versicherungspolice" Festpreis wird somit teurer.
Spottarife (oder Tarife mit Spotanteil):
Unternehmen profitieren zwar auch von Überkapazitäten und negativen Strompreisen, sind jedoch bei Dunkelflauten unmittelbar von höheren Preisen betroffen. Insbesondere energieintensive Unternehmen können dadurch gezwungen werden, die Produktion herunterzufahren oder zeitweise einzustellen.
Wie zu erahnen ist: Die Dosis aus beiden Extremen macht das Gift.
Unternehmen können Dunkelflauten nicht nur abfedern – sondern aktiv zu ihrem Vorteil nutzen
Unsere Erfahrung zeigt: Wer richtig steuert profitiert. Unternehmen können Versorgungssicherheit und Kostenvorteile gleichzeitig erreichen – mit einem integrierten Setup aus strategischer Beschaffung, Speicherlösungen und Transparenz.
Mit trawas optimierten Strombeschaffungsmodellen, intelligentem Lastmanagement (Einsatz von Batteriespeichern) und konstantem Monitoring werden Dunkelflauten vom Risiko zur beherrschbaren Herausforderung und machen Energie zum strategischem Hebel.
1. Instrument statt Instinkt: Energiebeschaffung kombinieren und zeitlich staffeln
Kombinieren Sie feste und variable Beschaffungsanteile für ein Optimum aus Preissicherheit und Flexibilität. Im sogenannten Portfoliomodell wird der Stromeinkauf nicht zu einem einzigen Zeitpunkt festgelegt, sondern über verschiedene Zeiträume und Produkte verteilt.
So entsteht eine Mischung aus langfristigen Absicherungen und kurzfristigen Marktpositionen. Diese Balance wird durch die zeitliche Staffelung der Einkäufe und die gezielte Überdeckung, etwa mit Direktbezug aus Wind- und Solarparks (Power Purchase Agreements, PPA) automatisch erreicht.
Unternehmen können ihre Einkaufsstrategie in diesem Beschaffungsmodell aktiv an die Marktentwicklung anpassen: In Phasen niedriger Preise werden größere Mengen langfristig gebunden, während in Hochpreisphasen bewusst weniger abgesichert und kurzfristig eingekauft wird. Durch die zeitlich gestaffelten Einkäufe lassen sich Preisschwankungen glätten und Marktrisiken reduzieren - vergleichbar mit einem ETF Sparplan für Strom.
2. Implementierung von Speicherlösungen und Flexibilitätsstrategien
Setzen Sie auf intelligente Speicher- und Flexibilitätskonzepte, um Preisspitzen – etwa während einer Dunkelflaute – gezielt abzufedern. Batteriespeicher ermöglichen ein preisoptimiertes Laden: Strom wird in Stunden niedriger (oder gar negativer) Marktpreise gespeichert und in Hochpreisphasen wieder genutzt.
Die Batterie lagert im Wortsinne den günstigen Strom und es lassen sich teure Netzbezugsspitzen vermeiden und die Beschaffungskosten aktiv optimieren.
Zusätzlich können Sie steuerbare Prozesse gezielt verschieben und eigene Erzeugungskapazitäten in Hochpreisphasen einsetzen. Auf diese Weise erhöhen Sie nicht nur Ihre Versorgungssicherheit, sondern senken zugleich Ihre Energiekosten – auch außerhalb von Dunkelflauten.
3. Transparenz schaffen mit Echtzeitdaten
Schaffen Sie volle Transparenz über Verbrauch, Lastspitzen und Strompreise, um Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen treffen zu können - idealerweise gar automatisiert. Echtzeitdaten und historische Verbrauchsanalysen machen sichtbar, wann und wodurch Kosten steigen - etwa während einer Dunkelflaute oder in Hochpreisphasen.
Mit Softwarelösungen, wie Energie Management Systemen, gelingt genau das – Energieverbrauch und Preise werden live erfasst, analysiert und in einem übersichtlichen Cockpit visualisiert.
Das schafft die Grundlage für lernende Beschaffungsstrategien oder Batteriesteuerungen – und sorgt für bessere Entscheidungen bei der nächsten Dunkelflaute.
Fazit: Risiken durch Dunkelflauten können mit drei einfachen Maßnahmen minimiert werden
Dunkelflauten gehören längst zur Realität der Energiewende und sind gekommen, um zu bleiben – entscheidend ist, wie mit ihnen umgegangen wird.
Unternehmen, die strategische Beschaffungsmodelle nutzen, ihren Verbrauch flexibel anpassen und Transparenz haben, sichern nicht nur ihre Versorgung und Margen, sondern können sogar von volatilen Märkten profitieren.
Genau hier setzt trawa an:
KI‑optimiertes Stromportfolio: Unsere KI‑gestützte Software entwickelt auf Basis Ihres individuellen Lastgangs das optimale Beschaffungskonzept – und preist Phasen geringer Wind- und Solarproduktion in den Strommix ein.
Intelligente Speicherintegration: Wir unterstützen Unternehmen bei der Implementierung intelligenter Batteriespeicherlösungen. Durch eine Live-Steuerung lassen sich Speicher und PV-Anlagen optimal im Spot-, Intraday- und Regelenergiemarkt einsetzen. Dabei fließen meteorologische Daten und unternehmensspezifische Lastprofile kontinuierlich in die Prognosen ein, um Dunkelflauten und Preisspitzen frühzeitig zu erkennen und aktiv auszugleichen.
Volle Transparenz: Die trawa Energie‑Management‑Software schafft in Echtzeit Überblick und Prognose zu Verbrauch und Kosten – für datenbasierte Entscheidungen und maximale Kontrolle.
Das Ergebnis:
Bis zu 30 % geringere Stromkosten, volle Versorgungssicherheit und 100 % erneuerbare Energie.
Erfahren Sie in unseren Erfolgsgeschichten, wie Unternehmen bereits profitieren.
Wir analysieren gerne, wie resilient Ihre aktuelle Strategie ist – und zeigen wie trawa Sie durch die nächste Dunkelflaute bringt.
→ Erstgespräch vereinbaren auf https://www.trawa.de/kontakt
Quellen:
https://www.ffe.de/veroeffentlichungen/deutsche-strompreise-an-der-boerse-epex-spot-im-jahr-2024/
https://www.agora-energiewende.de/fileadmin/Projekte/2025/2024-18_DE_JAW24/A-EW_351_JAW24_WEB.pdf
https://www.bdew.de/media/original_images/2025/05/22/bdew_fortschrittsmonitor-2025.pdf
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